Telefon abhören am arbeitsplatz

Darf der Chef sein Büro überwachen?

Der Lebensmitteldiscounter Lidl räumte im März ein, dass Mitarbeiter mit Überwachungskameras bespitzelt wurden. Zwei Detekteien hätten den Auftrag gehabt, über Kameraanlagen vor allem Diebstähle von Kunden aufzudecken. Nach Informationen des Magazins "Stern" aus internen Lidl-Protokollen wurde über die zahlreichen Überwachungskameras aber auch registriert, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen, wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis hat und wer nach Ansicht der Überwacher unfähig ist oder einfach nur "introvertiert und naiv wirkt". Trostpflaster für die Angestellten: Lidl zahlte den Beschäftigten nach der überstandenen Krise eine Prämie von Euro.

Dies gilt vor allem, wenn der Verdacht besteht, dass Mitarbeiter im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses Straftaten oder schwere Pflichtverletzungen zulasten des Arbeitgebers begehen. Die Rechtslage ist aber nach wie vor unklar. Häufig müssen erst die Gerichte klären, wie die geltenden Vorschriften auszulegen sind. Ohne Einwilligung der Mitarbeiter sieht das Bundesarbeitsgericht das Mithören von Telefonaten beispielsweise dann als zulässig an, wenn dies offen im Rahmen eines Anlernprozesses während der Probezeit geschieht.

Die Datenschutzaufsichtsbehörden lassen darüber hinaus offenes Mithören zu, wenn dies durch überwiegende Firmeninteressen gekennzeichnet ist. Dies gilt etwa im Rahmen der Einarbeitungsphase, bei Nachschulungen oder der Qualitätssicherung, wenn die Mitarbeiter hierüber informiert werden. Zur Aufklärung von Straftaten erfolgt die Überwachung jedoch nicht offen, sondern durch heimliches Aufzeichnen von Telefonaten mit dem Ziel, den Gesprächsinhalt in einem späteren gerichtlichen Verfahren als Beweismittel zu verwerten.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass das Aufzeichnen von Telefonaten strafbar sein kann. Deshalb bedarf es hierfür einer besonderen Rechtfertigung in der Form eines konkreten Verdachts auf das Vorliegen von Straftaten, wie insbesondere beim Verrat von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen, der ebenfalls eine Straftat darstellt.

In Bezug auf die heimliche Überwachung durch Videoanlagen hat das Bundesarbeitsgericht in einem relativ aktuellen Urteil vom Juni entschieden, dass die Nutzung von heimlichen Videoaufzeichnungen in einem gerichtlichen Verfahren nicht per se einem Beweisverwertungsverbot unterliegt.

Vielmehr muss eine Abwägung zwischen dem Interesse an der Verwertung der so gewonnenen Erkenntnisse mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht der betroffenen Mitarbeiter vorgenommen werden Az. Die von den Erfurter Richtern gestellten Anforderungen sind jedoch hoch. Zudem darf nur überwacht werden, wenn es das letzte verfügbare Mittel zum Nachweis der Straftat oder der Pflichtverletzung ist. Die Unternehmen müssen diese Umstände vor Gericht dokumentieren können.

Zu beachten ist, dass diese Grundsätze bislang nur für die heimliche Videoüberwachung aufgestellt wurden, die anders als das heimliche Aufzeichnen des gesprochenen Wortes nicht per se strafbar ist. Dementsprechend sind Unternehmen gut beraten, wenn sie trotz aller Unwägbarkeiten, die die erforderliche Güterabwägung mit sich bringt, in jedem Fall die Einschränkungen des höchsten deutschen Arbeitsgerichts beachten.

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Überwachen durch Abhören von Telefongesprächen ist nicht erlaubt

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Überwachung am Arbeitsplatz: Darf die Firma horchen und spähen?

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Bild: dpa. Aber nicht nur in den Staaten, auch in Deutschland gehen Unternehmen zu weit Penny Discounter Penny, der zum Handelskonzern Rewe gehört, soll Mitarbeiter systematisch bespitzelt haben.

Bäckereikette Ihle Die schwäbische Bäckereikette hat den Rechner ihres Betriebsratsvorsitzenden gezielt mit einem Kontrollprogramm überwacht und dem Mann kurz darauf gekündigt - angeblich weil er sein Arbeitszeitkonto manipulierte. Aldi Kameras dienen eigentlich der Diebstahlprävention.

Mitarbeiter abhören: Ist das erlaubt?

Lidl Der Lebensmitteldiscounter Lidl räumte im März ein, dass Mitarbeiter mit Überwachungskameras bespitzelt wurden. Bild: AP. Grundloses Abhören von Telefonaten ist strafbar. Diesen Artikel teilen:. Nutzungsrechte erwerben? Der Mitarbeiter hat dann Überwachungen hinzunehmen, wenn das Interesse des Arbeitgebers die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers überwiegt. Um Firmen- oder auch Privateigentum schützen zu können, sind Taschenkontrollen ein probates Mittel.

Sie greifen zwar in die Privatsphäre des jeweiligen Arbeitnehmers ein, sind aber unter bestimmten Voraussetzungen möglich:. Kontrolliert werden dürfen nur Bereiche, die sich nicht direkt am Körper befinden, also separate Taschen. Dennoch darf die Kontrolle nicht mit Zwang durchgeführt werden. Lediglich die Polizei darf gegen den Willen des Mitarbeiters kontrollieren.


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Kameraüberwachung Eine verdeckte Überwachung ist grundsätzlich nicht erlaubt. Sie wird als erheblichen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte bewertet. Bei konkreten Verdachtsfällen, wenn lediglich eine Aufnahme mit Kamera zur Aufklärung einer Straftat beitragen kann, erlaubt das Bundesarbeitsgericht eine heimliche Überwachung. Das kann der Fall sein, wenn es um Unterschlagung, Diebstahl oder Körperverletzung geht. Ausgenommen von dieser Regelung sind jedoch Aufnahmen in Umkleidekabinen, Aufenthaltsräume und Toiletten, da sie die Intimsphäre verletzen.

In Geschäftsräumen ist eine Überwachung absolut zulässig, wenn darauf hingewiesen wird. Sie kann durch Magnetkarten erfolgen, bedarf allerdings auch der Zustimmung durch den Betriebsrat. Telefon Das heimliche Abhören von Telefonaten ist klar verboten. Voraussetzung für so eine Überwachung ist eine betriebliche Regelung oder ein Hinweis im Arbeitsvertrag , dem der Mitarbeiter deutlich zustimmen muss — am besten schriftlich.

Die Überwachung des Telefons bedeutet einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, nicht nur des Arbeitnehmers, sondern auch seines Gesprächspartners, der ebenfalls um Erlaubnis gefragt werden muss.


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Bei geschäftlichen Telefonaten ist das möglich, bei privaten nicht, daher dürfen diese nicht abgehört oder gespeichert werden. Das Speichern von Daten wie Telefonnummern, Uhrzeit und Gesprächsdauer kann datenschutzrechtlich auch für geschäftliche Gespräche problematisch sein. Auch sind stichprobenartige Kontrollen bei geschäftlichen Telefonaten rechtens. Kann der Arbeitgeber exzessives Telefonieren durch seine Kontrollen aufdecken, könnten auf den Mitarbeiter Probleme wegen Arbeitszeitbetruges zukommen.

Kontrolle von Mitarbeitern: Darf der Chef sein Büro überwachen? | Compliance | Haufe

Was im Falle von Krankenwagen und Geldtransportern jedem einleuchtet, wird durch den Einsatz bei Dienstwagen und Firmenhandys, die oft auch privat genutzt werden dürfen, schwierig. Damit wird permanenter Überwachung Vorschub geleistet — auch in der Freizeit — und das ist wiederum nicht erlaubt. Auch entsteht ein unerlaubter Personenbezug dadurch, dass sich einzelne Fahrzeuge bestimmten Mitarbeitern zuordnen lassen. Er darf die Internetnutzung zu privaten Zwecken verbieten: Dann sind auch private E-Mails und das private Surfen im Internet untersagt.

Das ausufernde Surfen im Internet kann nicht nur ein Problem sein, weil Sie Ihrer Arbeit nicht nachkommen, sondern durch massive Downloads auch den Server lahmlegen.

Möglich ist hier das Sperren einiger Internetseiten oder die Beschränkung auf bestimmte Seiten im Vorhinein. Bei einem Nutzungsverbot für private E-Mails darf der Arbeitgeber stichprobenartig kontrollieren, ob das Verbot eingehalten wird. Findet der Arbeitgeber dennoch private E-Mails, sind sie trotzdem tabu für ihn, er muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn er diese Mails dann liest. Gibt es kein ausdrückliches Verbot der privaten Nutzung, darf der Arbeitgeber private E-Mails nicht lesen.